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Die Klimalüge der AKW-Lobby

in Argumente gegen Atom und Kohle 05.04.2011 21:29
von Jim Bob • 494 Beiträge

Auszüge aus der taz vom 4.4.2011:

Gefährdet ein schneller Atomausstieg den Klimaschutz? Ja, warnt die Atomlobby. Im Gegenteil, sagen Energieexperten und Umweltschützer.

...Das Credo der Atomgemeinde: Ohne Atom gehen zwar nicht die Lichter aus, aber die Kohlekraftwerke mit ihrem hohen CO2-Ausstoß an. Dieses Argument sei zumindest für die EU falsch, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU): "Es wird keinen neues CO2-Budget für Deutschland geben." Schließlich liegen im europäischen Emissionshandelssystem die Obergrenzen für Treibhausgase fest. Auch ein Atomausstieg bringt nicht mehr Verschmutzungslizenzen.

Für viele Klimaschützer sind AKWs aber keine Klimaretter, denn sie lösen nicht die Energieprobleme bei Heizung und Verkehr. Bau und Betrieb erfordern enormes Kapital, ein ausgebautes Stromnetz und funktionierende staatliche Strukturen - woran es gerade in den Schwellenländern oft fehlt, die Atomprogramme für ihren Energiehunger planen.

...Um einen merkbaren Unterschied bei den CO2-Emissionen zu machen, müssten nach einer Studie der US-Universität MIT weltweit mindestens 1.500 neue 1.000-Megawatt-Reaktoren gebaut werden: fast das Vierfache der momentanen Kapazität.

Für die atomkritische US-Website Nuclear Information and Resource Service (NIRS) ist Atomkraft zu teuer und zu dreckig, um den Klimawandel zu bekämpfen. Sie zitiert Studien, nach denen "jeder Dollar für Energieeffizienz siebenmal so effizient für den Klimaschutz ist wie für Atomkraft". Eine vermiedene Tonne CO2 koste durch Windenergie 89 Dollar, durch Atomkraft 132 Dollar. Außerdem "emittiert Kernbrennstoff deutlich mehr Klimagase als erneuerbare Energien". Erstelle man für die Urangewinnung, die Anreicherung, den Transport und den Bau von Atomanlagen eine Klimabilanz, komme man auf 72 bis 230 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (im durchschnittlichen europäischen Strommix aus Gas, Kohle und Atom sind es 400 Gramm), wogegen Wind- und Solaranlagen ihre Klimabelastungen in den ersten Jahren des Betriebs ausglichen.

...Eine Analyse der gängigen Modellrechnungen zum Thema Energiesicherheit und Atomausstieg hat kürzlich das "Potsdam Institut für Klimafolgenforschung" (PIK) vorgelegt. Die Szenarien zeigten "eindrucksvoll, dass Klimaschutz mit einem 2-Grad-Ziel sogar bei einem globalen Ausstieg aus der Atomkraft zu eher geringen Mehrkosten möglich wäre" - nämlich etwa 0,5 bis 1 Prozent des jährlichen Welt-Bruttosozialprodukts, bilanzieren die PIK-Experten. Ein langsamer Ausbau der Erneuerbaren erhöhe dagegen die Kosten.

Quelle und kompletter Artikel: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artik...Hash=73e03d7fec


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„Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.“
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