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Warum Erneuerbare Energien die Strompreise senken

in Jim Bobs Umzug 16.02.2011 15:07
von Jim Bob • 494 Beiträge

Die großen Energiekonzerne und viele Medien stellen immer wieder die angeblich hohen Kosten für den sauberen Strom in den Vordergrund. In Wahrheit senken die Erneuerbaren Energien jedoch die Preise. Am teuersten wäre es, mit den herkömmlichen Kraftwerken so weiterzumachen wie bisher.
Der Strompreis wird in Deutschland an der Leipziger Strombörse festgelegt. Kraftwerksbetreiber und Stromabnehmer verhandeln hier die Kurse, die nach dem sogenannten Merit-Order Prinzip errechnet werden. Hiernach bestimmt das teuerste Kraftwerk, das für die Deckung des Strombedarfs gerade noch zugeschaltet werden muss, den aktuellen Preis. Wenn z.B. an einem bestimmten Tag alte Braunkohlekraftwerke (Herstellungspreis für eine Kilowattstunde ca. 3 Cent), Atomkraftwerke (ca. 3,5 Cent/kWh), neue Braunkohlekraftwerke (ca. 4 Cent) und Steinkohlekraftwerke (ca. 11 Cent) für die Grundlast sorgen, müssen in der Regel für den Rest der nötigen Strommenge Gas- oder Ölkraftwerke zugeschaltet werden.

Diese Kraftwerkstypen können besonders flexibel auf die schnellen Schwankungen in der Nachfrage reagieren. Sie sind aber auch besonders teuer, denn ihr Kilowattstundenpreis kann 30 Cent oder sogar mehr betragen. Der Strompreis wird nun anhand des teuersten, zuletzt zugeschalteten Kraftwerks (Grenzkraftwerk) berechnet. Wenn das Grenzkraftwerk z.B. zum Preis von 24 Cent/kWh produziert, streichen die Betreiber der günstigen Kraftwerke enorme Gewinne ein, weil auch ihr billiger Strom zu diesem hohen Preisen verkauft werden kann (der sogenannte Mitnahmeeffekt).

Welche Rolle spielt Ökostrom für die Börsenpreise?


Der Strom aus Erneuerbaren Energien wird nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nicht in die Merit-Order einbezogen. Die Erneuerbaren haben durch das EEG immer Einspeisevorrang. Durch den zusätzlichen Ökostrom werden nun teure Kraftwerke öfter abgeschaltet, weil deren Anteil an der nötigen Gesamtstrommenge von den Erneuerbaren Energien gedeckt wird. Hierdurch könnte im obigen Beispiel das letzte nötige Kraftwerk an windigen oder sonnigen Tagen bereits zu 4 Cent produzieren, der Gesamtstrompreis würde statt 24 Cent nur noch 4 Cent pro kWh betragen.

Gegen diese drastischen Preisminderungen können nun die Subventionen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG-Einspeisevergütung) gegengerechnet werden. Untersuchungen des Bundesumweltministeriums ergeben, dass der Merit-Order Effekt die Kosten für die Förderung des Erneuerbaren Stroms nicht nur ausgleicht, sondern unterm Strich sogar eine deutliches Plus von bis zu zwei Milliarden Euro steht. Teure Umweltschäden, z.B. durch Kohleabbau und CO2-Ausstoß, sind hierbei noch nicht mit einberechnet.

Bislang werden die niedrigeren Strompreise von den Energieunternehmen jedoch nicht an die Verbraucher weitergegeben. Im Gegenteil erhöhen die Unternehmen die Preise regelmäßig mit der Begründung, dass der Strom durch das EEG teurer wird. In Wahrheit sinkt aber nur der Gewinn aus dem Mitnahmeeffekt, den die Stromkonzerne bislang stillschweigend eingestrichen haben.

Mehr Wettbewerb am Strommarkt ist daher dringend erforderlich, um die Kosten für die Verbraucher auch real zu senken. Doch die meisten Bürger haben ihren Stromanbieter bisher nicht gewechselt, obwohl sie damit den Wettbewerb ankurbeln und viel Geld sparen könnten. Die Erneuerbaren Energien werden einen großen Beitrag dazu leisten, die Strommonopole aufzubrechen und damit die Preise zu senken. Eine dezentrale Energieversorgung wird durch sie eine immer größere Rolle spielen und den Druck auf die großen Stromanbieter weiter erhöhen, endlich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Damian Arikas

Quelle: http://www.100prozentzukunft.de/aktuell/81151


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